´s Dorfblattl | 190 Jahre und kein bisschen leise
Seit zwei Jahren hat die Musikkapelle Haiming ihr traditionelles Frühjahrskonzert in den Herbst verlegt. Damit wird die Saison der Musiker allerdings deutlich verlängert, denn früher war es nach dem traditionellen Waldfest Anfang August etwas ruhiger im Verein geworden. Zur Vorbereitung des Herbstkonzertes trafen sich die Musikanten zu mehr als 25 Proben. Obmann Edelbert Zboril meint dazu: „Es gehört zu den Aufgaben eines Obmannes, seine Leute auch gegen Ende des Jahres noch einmal zu motivieren, ihre Bestleistung zu bringen.“ Das ist dem Organisationstalent wirklich gelungen, denn sogar einige langgediente Mitglieder des Klangkörpers waren nicht überzeugt, dass die zwei- bis dreihundert Jahre alten Kompositionen von Josef Haydn und Georg Friedrich Händel beim Publikum Anklang finden würden. Genau das Gegenteil war der Fall – die Zuhörer waren konzentriert wie selten und würdigten die Qualität der dargebotenen alten Musik. Mit den beiden italienischen Liedern „Panis Angelicus“ und „Nessun Dorma“ bewies Kapellmeister Florian Scharmer, dass es durchaus möglich ist, Blasmusik und Gesang zu kombinieren. Solo-Sänger Markus Ebner stellte sich der Herausforderung und begeisterte mit seinem Gesang.
Nach der Pause sorgte die Welturaufführung der „Ouverture Brillante“ für Begeisterung. Dieses Werk komponierte Musikschul-Direktor Klaus Strobl, der selbst viele Jahre Mitglied der Musikkapelle war, für „seine“ Musikkapelle Haiming anlässlich des 190-Jahr-Jubiläums. Es blieb zeitgenössisch und mit Christian Köll an der Klarinette und seiner Schwester Elisabeth Köll mit dem Saxophon traten zwei Haiminger Musikanten als Solisten auf. Ihre Leistungen im Stück „Victors Tale“ aus dem Soundtrack zum Film „Terminal“ und im Phil Collins-Klassiker „Against all Odds“ waren ein absoluter Hörgenuss. Nach der „St. Martin´s Suite“ von Jan von der Roost neigte sich das Programm mit dem bekannten „Time to say Goodbye“ zu Ende. Sollte der sehr unwahrscheinliche Fall eingetreten sein, dass der eine oder andere Zuhörer eingenickt sein sollte, wurde er spätestens bei der Zugabe von einem Pistolen-Schuss, den Kapellmeister Scharmer raffiniert in den Radetzky-Marsch eingebaut hatte, geweckt.
(Text: mams)





